Die Fahrt nach Nikko war etwas abenteuerlich. Mehrmals musste ich umsteigen an Bahnhöfen, die ich zuvor noch nicht gesehen hatte. Insgesamt war ich drei Stunden unterwegs. Schön um fünf Uhr morgens aufstehen hat mich zwar in die Rush-Hour der arbeitenden Menschen gebracht, aber dafür konnte ich den Tag voll nutzen und alle Sehenswürdigkeiten besuchen.
Beim letzten Umstieg bin ich kurz ins Schwitzen gekommen. Drei Minuten hatte ich Zeit, um das richtige Gleis zu finden. Leider sind die Gleise hier nicht parallel angebracht, oft muss man mehrere hundert Meter laufen, um von einem Gleis zum anderen zu kommen. Auf der Suche nach dem richtigen Gleis bin also durch den halben Bahnhof gelaufen im Wissen, fast eine Stunde warten zu müssen, wenn ich die Bahn verpasste.
Kurzer Erlebnisbericht:
Ankunft am vorletzten Bahnhof. Zuerst weg vom Gleis des angekommenen Zuges und in die Haupthalle des Bahnhofes. Warum sind auch hier so viele Leute, ich bin doch mitten in der Pampa?! Und wo muss ich jetzt hin? Die Schriftzeichen an der Anzeigetafel dort drüben sehen aus, wie die von Nikko. Schnell hinlaufen, in die Bahn springen. Die Türen schliessen sich gleich nach meinem Einstieg und der Zug setzt sich in Bewegung. Bin ich richtig? Kurz schaue ich mich um und sehe eine Gruppe europäischer Rentner, manche davon ausgestattet mit Bierdosen. Um 8:00 Uhr morgens. Okay, ich bin richtig :-) Ich danke ihnen kurz innerlich und setze mich zwei Waggons entfernt von ihnen hin. Das Schwerste habe ich somit hinter mich gebracht, es kann losgehen.
In Nikko angekommen gab es allerhand zu sehen.
Ein japanisches Sprichwort lautet "Sage nicht 'schön' bevor Du Nikko gesehen hast."
Ich stimme zu.
Seht selbst:





Der Japaner auf dem linken Bild kam zu mir und wollte mich knipsen, während ich seine "Isuzu"-Kappe auf dem Kopf hatte. Er war ein netter Kerl, also habe ich den Spass gleich mitgemacht und liess mir nicht entgehen, uns gemeinsam zu fotografieren. Nach mehrmaligen "Doitsu" und "Volkswagen" (ausführlichere Kommunikation war leider nicht möglich) gingen wir unserer Wege. Kurz darauf habe ich mich auch endlich mal vor einer Sehenswürdigkeit fotografieren lassen - vor einer Rekonstruktion von Shin-Kyo, einer Brücke, die ein wichtiger Mönch der Legende nach auf Schlangen reitend überquert hat, als er in Nikko angekommen ist.
Fotos von Rinno-Ji, einem Tempel mit drei grossen Buddhas (Fotografieren verboten), und seiner Umgebung.





Fotos vom Umzug des Festes:





Der Garten der Schatzkammer. Wahrscheinlich noch schöner, wenn das Wasser klar wäre..





Das Eingangstor zu weiteren Schreinen.


Eine bekannte Pagode, die kein tatsächliches Fundament hat, sondern mittels schwingenden Balken gegen Erdbeben gesichert ist.


Links die bekannten drei weisen Affen. Das Original ist aus Nikko, ich wusste es gar nicht. Rechts eine Schnitzerei mit einem Elefanten aus der Fantasie eines Künstlers, der noch keinen in Natura gesehen hatte.

Omote-mon, ein Tor, in das so viel Arbeit und Mühe gesteckt wurde, dass sich die Erbauer während der Errichtung gefragt haben, ob diese Schönheit nicht die Götter erbosen könnte. Denn nur die Götter sollten dazu fähig sein. Also wurde kurzerhand die letzte Säule als Zeichen der Menschlichkeit verkehrtherum eingebaut. Da man diesen Unterschied nur aus nächster Nähe erkennt, gibt es hier kein Foto davon.

Ein Mikoshi wie beim Kanda-Matsuri. Die Träger haben sich ihr Abendbrot redlich verdient möchte ich behaupten.

Die Stadt Nikko an sich bietet nicht sonderlich viel. Hier bin ich gerade auf dem Weg zu einem Fluss weitab von allem Trubel.

Nach dieser Gruppe Seniorinnen (Sie sprachen Englisch!) habe ich für mehr als 30 Minuten niemanden gesehen und nur das fliessende Wasser gehört. Es war das Paradies.







































